So kann der Generationswechsel gelingen
(Aus dem IHK Magazin 11/2024)
Bei Batz + Burgel in Friedberg bleiben Unternehmenswerte und Kultur bewahrt. Die Kooperation zwischen der erfahrenen und der jungen Generation erweist sich als Erfolgsfaktor.
In diesem Jahr feiert das Friedberger Unternehmen Batz+Burgel, kurz B+B, sein 30-jähriges Firmenjubiläum. Aus dem klassischen Metallgroßhandel kommend, hat sich der international tätige Betrieb mit aktuell 40 Mitarbeitenden auf die Produktion hochpräziser Metallteile vornehmlich aus Aluminium, aber auch aus Schwermetallen und ausgewähltem Stahl spezialisiert. „Unser Know-how wird zunehmend geschätzt. Als Maschinenbauzulieferer produzieren wir komplexe Baugruppen für die pharmazeutische Verpackungsindustrie oder als Metallbauer Fassadenelemente für Hochhäuser in aller Welt“, sagt Jürgen Burgel, Gründer und Geschäftsführer bei B+B. Die eigene Produktion sei von Anfang das Ziel gewesen, um die Kundschaft möglichst individuell zu bedienen. Im April 1964 gründeten Jürgen Burgel und Jürgen Batz ihr Unternehmen. Als Kollegen waren sie in führender Position im Vertrieb eines renommierten Metallgroßhandels tätig und sich einig, gemeinsam den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Dazu schlossen sie einen bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Gesellschaftervertrag. „Unser damaliger Steuerberater hat uns richtig in die Pflicht genommen. Denn auch Eventualitäten persönlicher Art mussten wir und wollten wir festlegen, um den Bestand des Unternehmens nicht zu gefährden“, betont Burgel.
Detaillierter Gesellschaftervertrag als Fundament
So waren sowohl die Aufgabenfelder der Gesellschafter, der Umgang mit innovativen Elementen, aber auch die Integration von Angehörigen ins Unternehmen genau geregelt. Burgel weiter: „Der Gesellschaftsvertrag ist das Fundament. Das hat uns jetzt bei der Nachfolge enorm geholfen.“ Hinzu komme, dass über die Jahre hinweg stets ein vertrauensvoller und wertschätzender Umgang miteinander gepflegt wurde und eine klare Rollenverteilung vorhanden ist.
Alexander Batz übernimmt die Anteile seines Vaters
Vor zwei Jahren wurde der Generationswechsel, der schon 2019 angestoßen wurde, im Unternehmen vollzogen: Alexander Batz übernahm die Position seines Vaters und führt seither gemeinsam mit Jürgen Burgel das Unternehmen. Im Zuge des Generationswechsels wurde Vertriebsleiter Andreas Thoma als Prokurist in die Geschäftsleitung aufgenommen. Alexander Batz trat bereits 2003 in den Familienbetrieb ein. Als gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann durchlief er im Unternehmen unterschiedliche Abteilungen. 2010 wurden ihm Anteile seines Vaters übertragen. „Wir haben mit Jürgen Burgel, dem gleichberechtigten Gesellschafter, sehr offen über meine künftige Rolle gesprochen und ich bin sehr froh, dass mir schon frühzeitig ein selbstständiges Arbeiten ermöglicht wurde. Klar, sind mir auch Fehler unterlaufen, aber ich konnte daraus lernen und mich weiterentwickeln“, sagt Batz Junior. „Nachdem mein Vater sich im Alter von 75 Jahren zurückgezogen hatte und ich seine kompletten Anteile übernehmen konnte, arbeite ich mit Jürgen Burgel als Gesellschafter und Geschäftsführer auf Augenhöhe zusammen. Für sein Vertrauen und die gegenseitige Wertschätzung bin ich sehr dankbar“, erklärt er. Für den Unternehmenserfolg sei gerade das Zusammenspiel von Innovation und Erfahrung unverzichtbar. Aktuell macht B+B mit internationalen Fassadenbauprojekten zum Beispiel für ein Hotel am New Yorker Central Park oder in Dubai sowie als Innovationspartner am revolutionären Hyperloop Projekt von sich reden. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, plant die Firma den Ausbau der Produktion.
Ihr Ansprechpartner
Alexander Batz
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